Logo Hospizdienst Nieharde - Gelting

Welthospiztag am 16.10.2023

Das Leben noch einmal genießen

Artikel SHZ von Stephan Schaar
Welthospiztag am 14. Oktober: Hospizdienst Angeln stellt seine Arbeit auf Gut Frauenhof in Esgrus vor.

Obwohl es jeden von uns irgendwann betreffen wird, sei es als Sterbender oder als Angehöriger, ist das Thema Sterben  ist noch immer ein Tabu. Das möchte der Hospizdienst Angeln ändern und lädt deshalb zum Welthospiztag am kommenden Sonnabend, 14. Oktober, von 12 bis 18 Uhr auf das Gut Frauenhof in Esgrus ein. „Wir wollen dort unsere Hospiz-Arbeit vorstellen und gemeinsam Inspiration, Austausch und Spaß erleben“, sagt Leiterin Sabine Klattenhoff.

Bei Hospizarbeit geht es um Lebensqualität
Dem Hospizdienst Angeln mangele es zwar nicht an Anerkennung, aber die ehrenamtlichen Dienste ihrer Mitarbeiter würden noch viel zu selten in Anspruch genommen. „Der Begriff Hospiz wird leider immer nur mit dem Sterben in Verbindung gebracht, dabei bedeutet das Wort eigentlich Herberge und meint damit auch Gastfreundschaft und Geborgenheit“, erklärt Klattenhoff. Es ginge vor allem darum, den letzten Lebensabschnitt ganz bewusst zu gestalten und den Betroffenen nicht nur beizustehen, sondern auch Wünsche zu erfüllen und das Leben noch einmal zu genießen. „Die letzte Lebenszeit kann auch eine Zeit des intensiven Lebens sein“, sagt Sabine Klattenhoff.

Anderer Umgang mit der Zeit
Die meisten Menschen möchten in der vertrauten Umgebung und nicht allein sterben. „Wir als Hospizdienst können den Sterbenden und ihren Angehörigen in dieser Zeit zur Seite stehen und uns um Dinge kümmern, die über den Alltag der häuslichen Pflege hinaus gehen. Ein absehbares Ende des Lebens erfordert einen ganz anderen Umgang mit Zeit. Da geht es viel um Erinnerungen und letzte Wünsche, um Dinge, die noch einmal genossen werden wollen. Wir hören zu und schauen, was möglich ist und dann machen wir das“, sagt die gelernte Krankenschwester.

Offener Umgang mit dem Thema Sterben
Auf Gut Frauenhof soll es um einen offenen Umgang mit dem Sterben gehen, ohne dabei nur an den Schmerz zu denken. „Wir haben hier einen wunderschönen Sarg stehen, und zugleich werden an den Wänden die beeindruckend schönen Natur-Fotografien einer Betroffenen hängen, die hier ihre Hoffnungsbilder ausstellt“, erzählt Klattenhoff.

Besonders freue sie sich auf die Lesung von Monika Vogeler, die in ihrem Buch „Wir werden immer vier sein“ sehr persönlich über den Schmerz des Verlustes und die Liebe zum Leben schreibe. Dazwischen werde auch ihr Sohn Theo Klattenhoff mit seiner Musik Freude und Trost spenden, sagt sie. Zudem gebe es ein Buffett, und auch für eine qualifizierte Kinderbetreuung während der Lesung sei gesorgt.

Weitere Informationen zur Hospizarbeit und wie man sich selbst engagieren kann, gibt es im Internet unter
hospizdienst-angeln.de oder telefonisch unter 04643/186500.

Welthospiztag auf Gut Frauenhof